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TRIMB® bedeutet

Trauma
Recapitulation with
Imagination
Motion and
Breath



Im Frühjahr 2015 wird in der Reihe Leben Lernen bei Klett Cotta das erste Handbuch über die TRIMB-Methode erscheinen.



TRIMB®-Methode

Dr. med. Ingrid Olbricht (verstorben 2004) hat uns die TRIMB-Methode hinterlassen, die sie in einem mittel-amerikanischen indigenen Kulturkreis entdeckt und für die Traumatherapie  weiterentwickelt hat.

Die Methode wurde dort genutzt, um kollektive Traumata wie Hungersnöte, Naturkatastrophen, kriegerische Auseinandersetzungen o.ä. zu bewältigen.

Auch in meiner langjährigen psychotherapeutischen Arbeit nimmt die TRIMB-Methode einen immer größeren Raum ein, da sie auch bei komplex traumatisierten KlientInnen und bereits in der Stabilisierungsphase eingesetzt werden kann.

TRIMB bezieht Imagination, Atmung und eine lateralisierende (Kopf-)Bewegung mit ein.

Es geht darum, intensive Bindungen und Gefühle zu bearbeiten und zu transformieren, bzw. ungute Verstrickungen in Beziehungen zu lösen.

Die Bindungen und Gefühle werden dafür zunächst visualisiert und dann imaginativ und mit Hilfe einer speziellen Atem-Technik sowie mit lateralisierenden Kopfbewegungen durchtrennt.

Angemessene - und daher benötigte - oder sinnvolle Gefühle werden hingegen nicht aufgelöst.

Es wird hierdurch möglich, sich von belastenden Erfahrungen aus der Biographie frei zu machen und wieder mehr Entwicklungspotenzial zur Gestaltung des Hier und Jetzt zur Verfügung zu haben.

Traumatische Erfahrungen, aber auch Trigger können mit dieser schonenden Methode des Prozessierens bearbeitet und hierdurch entschärft werden, so dass eine klassische Trauma-Exposition oft nicht mehr erforderlich ist.

Sowohl in ambulanten Langzeit- als auch in stationären Kurzzeittherapien können erstaunliche Erfolge mit der Methode erzielt werden.

Von Vorteil ist auch, dass KlientInnen nach einer Einführungs- und Übungsphase die Technik selbstständig einsetzen können, was die Selbststeuerung und Selbstwirksamkeit deutlich erhöht und die Abhängigkeit gegenüber der TherapeutIn vermindert.

Zudem werden sowohl KlientIn als auch Therapeutin weniger stark durch Traumamaterial belastet.


Natürlich ist auch die TRIMB-Methode kein Wundermittel, sondern ein Baustein innerhalb der Traumatherapie und setzt – genau wie alle anderen Techniken – genaue Diagnostik und traumatherapeutische Kenntnisse voraus, insbesondere bzgl. stabilisierender Imaginations- und Distanzierungsübungen.

Die TRIMB-Methode wird, wie alle anderen Prozess-Methoden auch, in die Phasen der Traumatherapie (StabilisierungExpositionIntegration) eingebettet.

Auch für die Psychohygiene der PsychotherapeutInnen oder BeraterInnen kann die Technik effektiv genutzt werden.



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Durchführung

Vorbereitung

Zunächst wird die KlientIn in die Methode eingewiesen, diese dann an einer Alltags-Situation eingeübt, die zwar schwierig oder peinlich, jedoch nicht traumatisch gewesen ist. Anschließend wird die Übung sorgfältig mit der KlientIn ausgewertet, positive Effekte werden herausgearbeitet und als Ressource verankert.

Affekt-Differenzierung und -Visualisierung

Zunächst wird die belastende Situation mittels Leinwandtechnik und genügend Distanz visualisiert.

Nacheinander werden dann die in Zusammenhang mit der Situation stehenden Affekte exploriert, bezüglich ihrer Belastung skaliert (1-10), visualisiert und dann mit einem geeigneten Hilfsmittel imaginativ durchtrennt.

Visualisierung:
Jedes einzelne Gefühl wird als Verbindung zwischen der KlientIn und der Szene auf der Leinwand visualisiert, z.B. als Rohre, Kabel, Stricke, Pflanzenstränge, Stacheldraht, Faden o.ä.
Auch Farbe, Durchmesser und Konsistenz werden  bebildert.

Anschließend wird für jedes Gefühl / jedes Bild einer Verbindung das hierzu passende "Werkzeug" erarbeitet, um das Gefühl zu durchtrennen z.B. Schere, Messer, Metallsäge, Laserschwert, magisches Werkzeug, Energie, Lichtenergie etc.

Atmung und Kopfbewegung

Danach werden die Verbindungen durchtrennt bzw. transformiert, indem eine vorher eingeübte spezifische Kombination aus Atem-Technik und Kopfbewegung durchgeführt wird. Die bereits visualisierten Durchtrennungs-„Werkzeuge“ stellen hierbei eine wichtige Unterstützung dar.

Nachbereitung

Nachspüren. Meist gibt es deutliche Veränderungen, z.B. ist das Bild / die Person kleiner, weniger bedrohlich oder ganz veschwunden. Wömöglich sind die Gefühle  noch vorhanden, aber weniger bedrohlich oder weniger belastend.

Ggf. erneute Überprüfung der Belastung mittels oben beschriebener Skala von 1-10.

Falls noch unangenehme „Reste“ bestehen oder neue Gefühle auftauchen, könnten diese mit einem weiteren Durchgang bearbeitet werden.

Es sollten allerdings in der Regel nicht mehr als zwei bis drei Durchgänge direkt hintereinander durchgeführt werden und nicht mehr als eine Sitzung täglich.

Wenn sich nicht alles in einer Sitzung bearbeiten lässt, sind abschließende Containment-Techniken wie die Tresor-Übung sinnvoll und möglich, eine weitere Bearbeitung wäre dann beim nächsten Mal möglich.

Bisweilen tauchen durch die Bearbeitung mit TRIMB  auch intensive neue Gefühle auf, die bis dahin abgewehrt waren, z.B. Trauer, wo vorher Angst oder Wut vorherrschte.

Bei wenig aushaltbaren Gefühlen kann es dann sinnvoll sein, einen weiteren Durchgang durchführen.

So können die bisher verborgenen, tiefer liegenden Gefühlsschichten bearbeitet werden - Schicht für Schicht, bis alle Gefühle durchgearbeitet sind.

Wenn es sich um aushaltbare und heilsame Gefühle handelt, z.B. angemessene Trauer, geht es eher darum, das Gefühl wahrzunehmen, es willkommen zu heißen oder kennen zu lernen, darüber zu sprechen oder andere Ausdrucksformen dafür zu finden.

Real angemessene Gefühle werden durch einen TRIMB-Durchgang nicht aufgelöst, so dass es hierdurch auch möglich ist, unangemessene alte Gefühle von den berechtigten, im Alltag benötigten Gefühlen zu unterscheiden - z.B. Angst und Wut gegenüber einer real noch bedrohlichen Person, die dann benötigt werden, um in der Realität Abstand herzustellen.

Je geübter TherapeutIn und / oder KlientIn mit der Technik umgehen, desto kreativer und freier kann sie genutzt werden, z.B. statt der Durchtrennung der Gefühle können Transformationen durch geeignete Bilder herbeigeführt werden („TRIMB für Fortgeschrittene“).

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Seminare zu „TRIMB und Traumatherapie“